Sonntag, 11. Dezember 2011

Sarahs Schlüssel

Vergesst niemals!


Paris 2003: Die Jounalistin Julia lebt schon länger in Paris als in den USA. Nun soll soll sie einen Bericht über die Ereignisse im Vélodrome d'Hiver im Sommer 1942 schreiben. Damals wurden rund 13.000 Juden vor ihrem Transport in die Konzentrationslager gefangen gehalten. Alles geleitet von der französischen Polizei. Julia hat von diesem Ereigniss noch nie gehört und beginnt zu recherchieren. Dabei bemerkt sie, dass die Pariser sehr verschlossen reagieren. Auch Julias Schwiegereltern und ihr Mann scheinen nicht viel von der Reportage zu halten. Nach und nach findet Julia auch raus warum ausgerechnet die Leute die ihr nahe stehen, sich nicht erinnern wollen. Denn in der ehemaligen Wohnung ihrer Schwiegereltern wohnte 1942 erst eine jüdische Familie...

ab 15. Dezember im Kino
Paris 1942: Ein Mädchen hört ihre Eltern flüstern und weiß nicht wieso. Ihre Mutter sieht von Tag zu Tag trauriger aus und möchte ihr nicht erzählen warum. Also kümmert sie sich um ihren kleinen Bruder und versucht das Verhalten der Erwachsenen zu ignorieren. Seit sie diesen Stern trägt ist alles anders. Alle schauen sie komisch an und möchten nicht mehr mit ihr zusammen sein. Man darf weder ins Schwimmbad noch auf den Markt. Als dann ein Polizist an der Wohnungstür klingelt, versteckt sie ihren Bruder im Schrank und verspricht ihm bald wiederzukommen. Den Schlüssel nimmt sie an sich. Ihre komplette Familie wird abgeführt und mit über 10.000 anderen Juden ins Vél d'Hive gesperrt. Sie kann an nichts anderes denken als an ihren kleinen Bruder im Schrank und schwört bald wieder bei ihm zu sein...

Tatiana de Rosnay wuchs in Paris und in Boston auf. Sie beschreibt sehr gut welche Unsicherheit Julia trotz der langen Zeit in Paris umgibt. Für Julia ist der Artikel nicht nur ein Bericht sondern eine Suche nach dem Mädchen und auch nach sich selbst. Die Kapitel wechseln anfangs zwischen dem Mädchen und der Journalistin. Die Autorin schildert die Ereignisse in Paris drastisch und schonungslos. Man ist  entsetzt und berührt. Trotz aller grausamen Umstände verliert das Mädchen nie ihr Ziel aus den Augen und versucht alles um wieder zurückzukehren. Die Verfilmung des Romans kommt Mitte Dezember in die deutschen Kinos. Ein Buch für alle, die "Der Junge im gestreiften Pyjama" oder "Die Bücherdiebin" auch noch nach dem lesen begleitet hat.

Tatiana de Rosnay
Sarahs Schlüssel 
344 Seiten, kartoniert
Berlin Taschenbuch Verlag