Montag, 3. Oktober 2011

Der alte König in seinem Exil

Es heißt: Wer lange genug wartet, kann König werden

Arno Geiger schreibt einen wundervollen Roman über seinen Vater August. Dafür hat er sich über sechs Jahre Zeit gelassen. Er schildert die Höhen und Tiefen des Zusammenlebens, wird aber nie schwermütig oder tragisch, trotz der traurigen Krankheit der Demenz, die an seinem Vater nagt. Selbst mit dieser Krankheit bringt er doch wundervolle poetische Sätze hervor und zieht damit seine Umgebung in den Bann.

Arno Geiger schildert den Werdegang seines Vaters und schildert alltägliche Szenen, welche man wegen ihrer Tiefe teilweise nicht für möglich hält. Oft scheint es als wäre August noch in unserer Welt, dann wieder in seiner eigenen. Arno Geiger erzählt von der Kindheit des Vaters im Krieg, von seiner eigenen und vom langsamen einschleichen der Krankheit, welches jedes Familienmitglied anders verarbeitet. Es ist sein eigener, persönlicher Erfahrungsbericht.



Arno Geiger
Der alte König in seinem Exil
Hanser Verlag
192 Seiten, gebunden

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