Sonntag, 20. Februar 2011

Du findest mich am Ende der Welt

Und schon jetzt sind ihre Briefe deine tägliche Droge... 


Jean-Luc Champollion ist ein weltgewandter Galerist der keine kleine Liaison aus lässt. Frauen sind für ihn ein wunderschöner Zeitvertreib. Und Jean-Luc hat viele Bekanntschaften. Sei es wegen seiner Arbeit oder weil er so charmant ist. Und dann hat er eines Tages einen Liebesbrief in der Hand der ihn fortan nicht mehr los lässt und sein ganzes Leben durcheinanderbringt. Ihm schreibt die wortgewandte Principessa und Jean-Luc, in den Briefen von Principessa nur der Duc genannt hat nicht die geringste Ahnung wer die geheimnisvolle Dame ist. Laut ihren Worten kennt er sie und kennt sie auch wieder nicht. Von da an sieht er in jeder seiner bekannten Damen die vermutliche Verehrerin. Ist es Soleil, die geheimnisvolle Künstlerin oder vielleicht seine temperamentvolle Exfreundin June oder kann es seine Stammkundin Jane aus Amerika sein die mit ihrer bildhübschen Nichte momentan in Paris ist. Jede Frau die ihm über den Weg läuft kann die Angebetete sein. Ist es die Dame an der Rezeption seines Stamm-Hotels oder die Kellnerin in seinem Lieblingscafé. Denn sie scheint jeden Schritt zu kennen den der Duc macht. Die beiden schreiben und schreiben und Jean-Luc will endlich das sich die Madame zu erkennen gibt.

Wieder einmal führt Nicolas Barreau den Leser durch ein wunderschönes Paris mit wirklich verzaubernden Schauplätzen. Die Briefe die sich die beiden schreiben sind so wunderschön das man sie gerne noch einmal liest. Principessa und der Duc flirten auf einem wohl formulierten und doch frechen Art miteinander. Jedes Mal denkt der Leser man erkennt welche Frau gemeint ist, nur um mit dem darauf folgenden Brief wieder daran zu zweifeln. Aber auch außerhalb ihrer Korrespondenz lässt einem die Geschichte nicht los. Dieser Roman ist wieder einmal eine schöne, freche Liebesgeschichte voller Frankreich. Für alle die bei "Gut gegen Nordwind" das Drumherum vermisst haben und alle keine Lust mehr auf bonbonfarbene Schmonzetten-Romanzen haben.

Nicolas Barreau
Du findest mich am Ende der Welt
245 Seiten, kartoniert
Piper Verlag

Samstag, 12. Februar 2011

Still Missing

Kein Entkommen
Annie ist Marktlerin und wohnt in einem ansehnlichen  Haus und ist glücklich mit ihrem Freund Luke und Hund Emma. Doch dann ist nichts mehr wie es war. Bei einer Hausbesichtigung kommt ein Interessent sehr spät und Annie ist fast so weit ihm abzusagen. Nur weil er ihr so sympathisch ist führt sie ihn nochmal durch das angebotene Haus. Damit beginnt ein Albtraum. Sie wird von ihm entführt, in ein Haus aus dem es kein Entkommen gibt. Der "Psycho" wie sie ihn nennt hat alles auf kleinste geplant. Die Einrichtung ist bis auf das kleinste Detail durchdacht. Scharfe Gegenstände sind gut verschlossen und können nur vom Psycho ausgehändigt werden. Das Geschirr ist aus bruchsicherem Kunststoff, Tisch, Stühle und Bett sorgsam mit dem Boden verschraubt. Genau so durchdacht ist auch der Tagesablauf, der von nun an von Annie eingehalten werden muss. Sie darf nur in den vorgegebenen Zeiten essen, schlafen oder sogar auf die Toilette. Hält sie etwas nicht ein wird sie sofort bestraft und das auf sadistische und bestialische Weise. Am grausamsten sind die abendlichen Bäder in Rosenwasser bei dem der Psycho Annie rasiert und danach nach seinen Vorstellungen angkleidet um sie anschließend brutal zu vergewaltigen. Bald hat Annie kein Zeitgefühl mehr. Hilflos ist sie den Stimmungsschwankungen des Psychos ausgeliefert und dann bleibt auch noch ihre Regel aus...

Die Autorin schreibt mit ihrem Erstlingswerk einen Psychothiller der Extraklasse. Das Buch wird aus Annies Sicht geschildert wie sie ihre Therapeutin trifft um das Geschehene aufzuarbeiten und lässt dabei keine Grausamkeit aus. Je mehr Zeit verstreicht desto hoffnungsloser und bedrückender fühlt der Leser sich. Auch wenn man denkt Annie wäre in Sicherheit kommt es noch ganz anders.  Die Atmosphäre ist so beklemmend, das man sich dabei erwischt wie man beim lesen die Luft anhält.  Hart gesottene Fans von Joy Fielding und Karen Slaughter werden an diesem Buch sicherlich Gefallen finden.

Chevy Stevens
Still Missing - Kein Entkommen
413 Seiten, kartoniert
Fischer Verlag