Montag, 20. September 2010

Das Tier in dir

Kyle ist jung, beliebt und natürlich gut aussehend. Das Beste ist für ihn nur gut genug. Mit niederem hässlichen Abschaum von der Schule gibt er sich nicht ab. Sein Vater denkt nur an seine Arbeit. Aber Kyle hat ja eh genug Freunde und kommt auch gut ohne ihn klar. Schließlich wird er auch zu den besten Partys eingeladen. Keine Frage das Kyle natürlich auf der Liste der Ballprinzen aufgelistet wird. Er hat auch schon eine Ballpartnerin. Sloane ist genau die Richtige um sein Ansehen noch zu unterstreichen. Schön und genau so oberflächlich wie er. Doch etwas geht schief. In der Schule trifft er das merkwürdige Mädchen Kendra. Ihre Haare sind knallbunt und ihr Klamottenstil ist alles andere als angesagt. Normalerweise würde sich Kyle nie mit solch einer Person abgeben. Kendra fragt ihn ob er mir ihr zum Ball gehen möchte. Kyle fühlt sich natürlich geehrt und sagt zu, nur um Kendra beim Ball sitzen zu lassen. Doch Kendra ist kein gewöhnliches Mädchen. Sie hat magische Kräfte und verpasst Kyle einen Denkzettel den er nicht vergessen wird.
Als Kyle nach dem Ball aufwacht ist nicht mehr er selbst. Seine Haut ist behaart, sein Gesicht mit Reißzähnen und die Hände mit Klauen entstellt. Ein Fluch der nur gebrochen werden kann wenn Kyle die wahre Liebe findet und mit einem Kuss auf sein abscheuliches Äußeres besiegelt. Ihm bleiben nur 24 Monate um den Fluch zu brechen, sonst bleibt Kyle für immer ein Monster. Nachdem er von seinem Vater in ein Haus mit Hausmädchen und blindem Hauslehrer verfrachtet wird, beginnt er zu begreifen wie oberflächlich er war. Ihm bleibt nur noch ein Zauberspiegel womit er die Leute beobachten kann.
Ein Mädchen seiner Klasse geht ihm nicht aus dem Kopf. Immer wieder beobachtet er sie. Und dann bekommt er die Chance Linda in sein Haus zu sperren. Er sieht keinen Ausweg ihr sonst nahe zu sein. Bald erkennt Kyle das Aussehen nicht alles im Leben ist und doch glaubt er den Fluch nie brechen zu können, denn Linda will nichts mit ihrem Entführer zu tun haben.

ab März 2011 im Kino
Alex Flinn schafft hier eine moderne Version von "Die Schöne und das Biest" in New York. Die Sprache ist einfach und die Story vorhersehbar. Dennoch ist der
Roman eine schöne Abwechslung zu den vielen Vampirromanen, zu einem sehr günstigen Preis. Eine Liebesgeschichte die wieder einmal zeigt wie sehr es auch auf innere Werte ankommt und in was für einer oberflächlichen Welt wir leben. Der Roman kommt im März in die deutschen Kinos. Die Umsetzung ist etwas freier als die Buchvorlage, dennoch ist der Trailer sehr viel versprechend.

Alex Flinn
Beastly
Baumhaus Verlag
336 Seiten, gebunden

Montag, 13. September 2010

In Stein gemeißelt


Du bist ein hübscher Kerl in gutem Alter, hast unglaublich viel Geld, auch wenn du dieses Geld in der Pornoindustrie verdient hast. Frauen sind deine Arbeit und nach Feierabend dein Hobby. Du nimmst Drogen, kennst die richtigen Leuten und dann ist eines Tages alles vorbei.

Nach einem schweren Unfall, bei dem du bei lebendigem Leibe verbrennst und dich die Ärtze fast für Tod erklärt hätten, hast du alles verloren. Deine Haut wurde genau wie dein Penis zu Asche. Die Schönheit deines Körpers gibt es nicht mehr. Dir ist klar, auch wenn es an ein Wunder grenzt das du lebst, wirst du dich umbringen sobald du aus dem Krankenhaus kommst. Doch bis dahin ist es noch ein weiter und schmerzvoller Weg, besonders mit dieser schrecklichen Schlange im Rückgrat, die nur dein Ende vor Augen hat. Deine behandelnden Ärzte kennst du mit Vornamen, sie versuchen alles um dir ein Leben zu ermöglichen in dem du dich so normal wie möglich fühlen sollst. Wie soll das gehen wenn du aussiehst wie ein Monster, dessen Zehen und Fingern fast gänzlich dem Feuer zum Opfer gefallen sind. Ständig wird deine Haut geerntet um die verbrannten und tauben Stellen an deinem Körper wieder zu generieren. Du wirst gewaschen, geschabt und unzählige Male operiert. Wofür das ganze?

Villeicht ja für die hübsche Frau die dich jeden Tag besucht. Marianne Engel ist selber Patientin, jedoch der psychatrischen Einrichtung. Das verwundert dich nicht, denn angeblich kennt sie dich doch schon seit Jahrhunderten. Sie weiß von deiner Geburtsnarbe, sie scheint dein Wesen zu kennen und dazu erzählt sie dir wundervolle Geschichten von verliebten Paaren. Und natürlich die Geschichte wie sie dich als verbrannten Söldner im Mittelalter kennengelernt hat. Zu dieser Zeit war sie Nonne im Kloster Engelthal. Die mystische Frau mit dem faszinierenden Tattoos und den künstlerischen Händen gibt dir wieder Mut zum leben. Endlich Jemand der dich besucht, deinem Zynismus kontert, der dir Dantes Hölle vorliest, der dich mit unglaublichen Speisen bekocht, einfach Jemand auf den du dich freuen kannst. Jemand dem deine Verbrennungen egal sind, jemand der dich zu kennen scheint. Eine sehr mystische Frau, die zwischendurch verschwinden muss um als Bildhauerin Gargoyles aus ihrem Stein zu befreien, denn die Stimmen reden zu ihr und sie hat Herzen zu verschenken. Wie viel steckt hinter ihren Geschichten und ihrem Wesen?


Andrew Davidson schafft mit seinem Debütroman eine sehr gewagte Liebesgeschichte mit sehr hohem historischen Anteil. Teilweise wird der Leidensweg seines verbrannten Ich-Erzählers so drastisch dargestellt das man Gänsehaut bekommt. Dazu auch noch seine faszinierende Sprache in dem der Erzähler sich direkt an den Leser wendet. Ein Buch über dessen frivoles und ausschweifendes Leben vor dem Unfall, die Gedanken im Krankenhaus und auch seine Begegnungen mit Marianne Engel. Ein sehr mystisches Buch was einem schon alleine durch die Sprache nicht mehr loslässt. Denn die ist unverblümt, makaber, kann aber auch unglaublich gefühlvoll sein. Wer sich auf diesen Roman einlässt wird es nicht bereuen.


Andrew Davidson
Gargoyle
Berlin Taschenbuch Verlag
576 Seiten, kartoniert

Montag, 6. September 2010

Die mit dem Wolf tanzt


Grace ist 17 und wohnt mit ihrer Künstler-Mutter und dem viel beschäftigten Vater in einem Häuschen nahe am Wald von Mercy Falls. Ihre Eltern sind immer unterwegs und so mit steht Grace ganz gut auf eigenen Füßen. Den Wald hat sie immer im Auge, denn als kleines Mädchen wurde sie von einem Wolfsrudel angefallen. Wie durch ein Wunder überlebte sie den Angriff. Inzwischen glaubt sie fest daran das "ihr" Wolf sie vor dem Rudel gerettet hat. Wann immer sie kann versucht sie einen Blick auf ihn zu erhaschen. Er ist anders als die anderen Wölfe. Versucht immer in ihrer Nähe zu sein und zeigt keine Anzeichen von Furcht wenn sie sich ihm nähert. Eines kalten Tages verschwindet ein Junge aus ihrer Schule. Die Wölfe werden natürlich als erstes verdächtig. Mit Gewehren wird Jagd auf sie gemacht und nachdem ein Schuss gefallen ist, findet Grace einen Jungen auf der Veranda. Sam wurde verletzt und Grace bringt ihn sofort ins Krankenhaus. Sie erkennt ihn anhand seiner Augen. Es sind die Augen ihres Wolfes. Sie muss ihn dazu bringen von sich zu erzählen, denn auch Sam erkennt Grace wieder. Beide sind wie füreinander bestimmt. Doch Grace weiß nicht das Sam nicht mehr viel Zeit bleibt. Je kälter es wird, desto höher ist für Sam die Gefahr sich für immer in einen Wolf zu verwandeln.

Dieses Jugendbuch ist ein typisches Wintermärchen. Sam und Grace sind das Traumpaar schlechthin. Beide versuchen dem Geheimnis der Wölfe und des verschwundenen Jungen auf den zu Grund zu gehen. Die übersichtlichen Kapitel sind teilweise aus Grace und aus Sams Sicht geschildert. Diese  Schreibweise bringt dem Leser die Gefühle der beiden näher. Es ist eine fantastische Abendteuer- und Liebesgeschichte in einem. Für Leser ab 14, die z.B. auch Gegen das Sommerlicht gelesen haben. Nach dem Sommer soll nicht das einzige Buch über das Mädchen mit dem Wolf bleiben und ist die passende Lektüre für die kalten Herbst- und Wintertage.

Maggi Stiefvater
Nach dem Sommer
Script 5
424 Seiten, gebunden