Dienstag, 13. Juli 2010

New York, ein Dorf...


Verschiedene Figuren und ihre Geschichten, unnachahmlich miteinander verbunden. Der Ire Corrigan zieht 1974 in die Bronx. Als sein Bruder ihn besucht, glaubt er seinen Augen nicht. Prostituierte gehen bei ihm ein und aus. Corrigan hat sich entschieden ein Leben als Priester zu leben. Er will ein Leben in Armut führen und den Bedürftigen helfen. Besonders um die Prostituierte Jazzlyn und deren Mutter, die ebenfalls auf den Strich geht, kümmert er sich aufopferungsvoll. Er gibt ihnen ein Dach über dem Kopf, rettet sie vor der Polizei und hilft zu dem noch im Altenheim aus. Immer im Auge, die freundliche Krankenschwester Adelita, die ihren Mann im Vietnamkrieg verloren hat. Im edleren Viertel von New York lebt Claire. Ihr Mann ist Richter und ihr Sohn ist ebenfalls im Vietnamkrieg gefallen. Claire trifft sich mit einer Selbsthilfegruppe um ihren Schmerz zu verarbeiten. Mit dabei ist auch Gloria, die Claire sehr schätzt. Immer im Blick, der Hochseilartist, der mitten zwischen den Twin Towers tanzt und alle Blicke auf sich zieht.


Colum McCann stammt aus Dublin, lebt inzwischen aber mit Kind und Kegel in New York. Die große Welt ist ein Roman über New York in den 70er Jahren. Das Buch besteht aus verschiedenen Blickwinkeln und Rückblenden, immer von einer anderen Person geschildert. Teilweise haben sie ihre Längen, so dass ein wenig Durchhaltevermögen gefragt ist. Doch alles in allem ist dieses Buch Literatur auf ihre ganz besondere Art und Weise. Wie hängen die verschiedenen Menschen zusammen? Was hat die eine Geschichte mit der anderen zu tun? Das ist es was man wissen will und den Roman deswegen nicht aus der Hand legen kann. Ein Roman über Freundschaft, Schicksal, Verlust und Vertrauen. Für Leser die mehr wollen, als NUR Unterhaltung.

Colum McCann
Die große Welt
Rowohl Verlag
544 Seiten, gebunden

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