Freitag, 30. Juli 2010

Man lebt auf Ewigkeit in seiner eigenen Bibliothek

Kafka Tamura beschließt sich an seinem 15. Geburtstag davon zu machen. Seine Mutter und Adoptivschwester hat er nie kennengelernt. Kafka nutzt die Reise um vor einer Prophezeiung seines Vaters weg zu laufen. Und in der Bibliothek von Takamatsu scheint er den richtigen Ort dafür gefunden zu haben. Nach anfänglichem Erkunden der Stadt, regelmäßige Besuche im Fitnessstudio und mieten eines preiswerten Hotelzimmers lernt er dort Oshima kennen. Der entdeckt in Kafka sofort einen Ausreißer und bittet ihn in der Bibliothek zu arbeiten. Dank Oshima lernt er die klassische Musik kennen. Leiterin der Bibliothek ist die hübsche Frau Saeki. Kafka liest viel, greift Oshima unter die Arme, und versucht nachzudenken. Dabei helfen ihm Musik und natürlich seine Bücher. Nachdem er eine Weile in der weiter entfernten Hütte von Oshima unter kommt, kann er im Gästehaus der Bibliothek wohnen. Das Bild an der Wand lässt ihn nicht mehr los. Es lautet "Kafka am Strand" und Saeki scheint etwas in diesem Bild zu verbergen.

Dann ist da noch Nakata. Er ist aus der gleichen Stadt wie Kafka und hat nach einem merkwürdigem Ereignis in seiner Kindheit, seine geistige Höhe verloren. Er kann weder lesen noch schreiben. Aber er hat die Gabe mit Katzen zu reden und verdient sich zu seiner Beihilfe Geld indem er verschwundene Katzen zu seinen Besitzern zurückbringt. Bei einer Suchaktion trifft er einen merkwürdigen Mann, der einen Auftrag für Nakata hat.

Die Kapitel von Kafka und Nakata wechseln sich ab und nach und nach erkennt man die Parallelen der beiden Geschichten. Der Leser hat sich so eben in die eine Geschichte vertieft  und wird doch direkt wieder raus gerissen um der anderen Geschichte zu folgen. Auch wenn das am Anfang etwas verwirrend ist, kann man sich von beiden Geschichten nicht losreißen. Die Geschichte hat ein ein wenig fantastisch, aber so realistisch geschrieben, das es kaum auffällt. Nakatas langsame Art macht ihn sympathisch. Kafka ist ein sehr reifer Teenager, dem körperliches Training und seine Bücher sehr wichtig sind. Und auch er hat genau wie Nakata etwas das er erfüllen muss. Dieser Roman erinnert an Das Spiel des Engels. Trotz seiner etwas düsteren Art ist er voll von Philosophie. Ein Roman der es verdient zu den Klassikern zu gehören.

Haruki Murakami
Kafka am Strand
Btb Verlag
640 Seiten, kartoniert

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